Ehe-Aus im Geisterhaus - Isabell Allende's „Der japanische Liebhaber“ Buchtipp | BUCHSZENE.DE

Ja, eine Scheidung ist mehr als nur „ein Spiel unter Rechtsanwälten“, wie der fünf Mal verheirate Schauspieler Cary Grant einst behauptete.

Ehe-Aus im Geisterhaus – Isabell Allende’s „Der japanische Liebhaber“ Buchtipp

22. April 2016 | Redaktion

Isabel Allende

Der japanische Liebhaber

ISBN 978-3518424964

336 Seiten | € 21,95

Suhrkamp Verlag

Und nein, Der japanische Liebhaber ist lediglich der Titel ihres neuesten Romans. Nicht mehr und nicht weniger.

Isabel Allende, Autorin des Weltbestsellers Das Geisterhaus, hat sich nach 27 Jahren Ehe von ihrem Ehemann getrennt. Warum? Vielleicht kam ihnen, wie es Erich Kästner in seinem Gedicht Sachliche Romanze beschrieb, die Liebe einfach abhanden, „wie anderen Leuten Stock oder Hut“. Und das große Haus, die Möbel, der gemeinsame Besitz, ihr ganzes früheres Leben? Allende hat alles hinter sich gelassen.

Ihre Scheidung sieht die 73-Jährige als „Training fürs Älterwerden“: „Zum ersten Mal in meinem Leben“, sagt sie, „bin ich ganz allein.“

Seit den 80er Jahren lebt die Nichte des ehemaligen chilenischen Präsidenten Salvador Allende in den USA. Inzwischen ist sie amerikanische Staatsbürgerin und Mitglied der Demokratischen Partei, fühlt sich aber immer noch als Einwanderin. Und engagiert sich: Ihre Stiftung unterstützt die Integration lateinamerikanischer Zuwanderer in Kalifornien. Reden schreiben? Vielleicht für Hillary Clinton? Nein, sie sei keine gute Redenschreiberin.

Aber es gebe so viele Themen, über die sie noch schreiben möchte: Über das Älterwerden. Neuanfänge. Das Leben. Und die Liebe – ein Geisterhaus, das unsagbar lange Schatten wirft. (kdm)


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