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Frau George, wie würde der erste Satz in Ihrer Biographie lauten?
„Es wurde insgesamt dann sogar noch verwunderlicher als gedacht.“
Warum sind Sie zur (Schreibtisch-/literarischen) Täterin geworden?
Ich war damals 23, als ich den ersten Krimi veröffentlichte. Das war im Prinzip, um mich elegant zu rächen – an übergriffigen Kollegen, blödsinnigen Mann-Frau-Klischees und diesen beiden Russen, die … aber das ist eine andere Geschichte. Don’t mock around with a writer.
Mit welchem Ihrer Hauptcharaktere würden Sie in eine WG ziehen? Und aus welchem Grund?
Ich bin kein WG-Typ. Zumal ich bereits im Kopf eine riesige Kommune meiner bisherigen Gestalten besitze, und nicht jeder davon hält sich an die Haushaltsregeln!
Wer oder was inspiriert Sie?
Das Leben, das Träumen, das Kämpfen, das Weinen, das Lieben, das Lesen, das Erinnern, das Einkaufengehen. Es ist mehr die Frage, was mich nicht inspiriert. Wenn mir die Welt entsprechend zu viel wird, nehme ich einfach die Brille ab, voila.
Haben Sie Schreibrituale? Falls ja, welche?
Ich schlachte ein Huhn und lasse es auf der Tastatur ausbluten. (Okay: Nein. Ich schreibe inzwischen seit kontinuierlich 27 Jahren, mehr als die Hälfte meines Lebens, durch).
Ihr wichtigster Schreibtipp?
Besorge Dir einen anständigen Stuhl, hab immer warme Füße und lies keine Rezensionen über Deine Vorwerke, wenn Du mit einem neuem beginnst.
Tag 1 nach Manuskriptabgabe. Was tun Sie für sich?
Über das Urheberrecht schreiben, sprechen, streiten – damit nicht nur ich auch noch in 20 Jahren ohne Mäzene und Staats-Einmische Bücher schreiben kann.
Im Roman welches Kollegen oder welcher Kollegin wären Sie gerne eine Figur?
In keinem. Wann sprechen wir hier noch mal über das Urheberrecht?
Welchen Song von Ihrer Playlist haben Sie als Letztes gehört?
Ich habe keine Playlist, da ich Flatrategeschäftsmodelle als destruktiv für KomponistInnen, Musiker und UrheberInnen aller Art empfinde. Aber ich kaufe mir Musik, und zuletzt hörte ich einige argentinische Tangos, komponiert und dirigiert von Anibal Troilo.
Ihr nächstes großes Highlight in diesem Jahr?
Der Moment, wenn die Reiserestriktionen aufgehoben sind, mich mit meinem Mann in unseren alten Wagen zu setzen und sachte, sachte, durch dies verwundete Europa zu fahren, um zu begreifen, in welcher neuen Realität wir nun leben und schreiben werden.


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