Buchcover von „Ein Schuss Honig“

ISBN 978-3-95996-321-3

188 Seiten

€ 16,00

eBook: € 11,99

Syndikats-Mitglied Vanne van Ares berichtet, wie sie sich auf das Schreiben ihrer historischen Berlin-Krimis einstimmt und weshalb eine sorgfältige Vorarbeit dafür unverzichtbar ist.

Wie aus Recherche ein Krimi wird: Vanne van Ares über die Ideenfabrik hinter ihren historischen Berlin-Fällen

Beitragsbild für den Werkstattbericht über „Ein Schuss Honig“

Recherche ist mehr als nur die halbe Miete!

Es ist Sonntag und draußen nieselt es. In orthopädisch fragwürdiger Haltung sitze ich an unserem Esstisch, einem stilechten American Diner Table aus den 50ern, wer es genau wissen will, und schreibe an meinem zweiten historischen Berlin-Krimi um Kommissar Karl Kron mit dem Titel “Ein Schuss Honig”.

Die darin abzuarbeitenden Themen hatte ich schon vor geraumer Zeit festgelegt: Imkern, der Volksaufstand in der DDR, Gaunerzinken und Kinder mit Down-Syndrom. Alles natürlich eingebettet in den Kontext des Nachkriegsdeutschlands der frühen Fünfzigerjahre.

Als Leser denken Sie sich jetzt vielleicht: “Wie soll das denn alles zusammenpassen?”

Und ich kann darauf nur professionell antworten: “Ich weiß es selbst noch nicht genau. Das muss ich in einem frühen Schreibstadium aber auch noch nicht wissen.”

Warum Neugier der Anfang jeder Ermittlung ist

Denn zu Beginn eines jeden Buches benötige ich einen Think Tank, zu Neudeutsch eine Ideenfabrik. Diese speist sich aus Themen, die auf die ein oder andere Art meinen Weg kreuzen, von denen ich aber nur wenig oder gar keine Ahnung habe und die deshalb meine unbändige Neugier wecken. Mein Ziel ist es schließlich immer, so genau, detailreich und authentisch wie möglich über eine Zeit zu schreiben, die ich selbst nicht miterlebt habe.

In meinem Kiez, einem Berliner Problembezirk, gab es zum Beispiel mal eine polizeiliche Informationskampagne zu Gaunerzinken. Deshalb wollte ich plötzlich mehr darüber wissen, als das kleine Faltblatt hergab, und begann mit meiner Recherche. Dabei hilft mir meine Übersetzer-Ausbildung ungemein, denn ohne die Kompetenz der schnellen Informationsbeschaffung wäre man in diesem Beruf lediglich ein Amateur und könnte die fachspezifischen, kulturellen oder idiomatischen Herausforderungen nicht bewältigen, die über reines Sprachwissen hinausgehen.

Wenn Wissen plötzlich über Wespen und Bienenschwärme entscheidet

Diese Nachforschungen sind im Übrigen mal mehr, mal weniger schwierig – und oftmals auch recht erheiternd. Während der Lektoratsphase liefere ich mir mit meinem Projektmanager Tom daher gern nettgemeinte Besserwisser-Duelle, um den jeweiligen Kenntnisstand ad absurdum zu führen. Danach weiß er, dass auch Wespen behaart sind. Ich, dass Bienen keine Kniescheiben haben. Und wir beide, dass in Deutschland die unmöglichsten Situationen kleinklein geregelt sind, denn laut BGB § 961 verliert ein Imker das Eigentum an seinem Schwarm, wenn er ihn nicht unverzüglich verfolgt.

“Aber wieso muss ich das alles im Vorfeld peinlich genau in Erfahrung gebracht haben, wenn ich doch noch nicht mal weiß, wie ich das in meine Geschichte verwebe?”, werden Sie sich wieder fragen.

Ganz einfach – weil ich während des eigentlichen Schreibprozesses mit ganz anderen “Problemen” befasst bin. Denn da wären nicht nur eine klare Struktur und ein detaillierter Plot-Plan zu nennen, sondern auch lebendige Nebenfiguren, originelle Tatmotive und die Unterlassung der Todsünde in einem Krimi schlechthin: logische Fehler in den Ermittlungen. Zudem braucht man ein paar Sekundärtexte, wie einen Pitch, ein Exposé und einen Klappentext.

Und siehe da, so fügt sich am Ende doch alles zusammen:

Berlin, 1953.
Der Vorsitzende des Spandauer Imkervereins wird in seiner Gartenlaube erschossen aufgefunden. Können ein Junge mit Down-Syndrom und die am Tatort gefundenen geheimnisvollen Gaunerzinken zur Aufklärung des Mordes am Bienenzüchter beitragen oder steckt noch weitaus mehr dahinter?

Ein herausfordernder Fall bahnt sich an, über den Kommissar Karl Kron alles andere als erfreut ist, schließlich hat er schon genug Ärger. Seine schwangere Verlobte Hilda besteht darauf, dass er seine Tablettensucht mithilfe einer Therapie in den Griff bekommt, und die Vorbereitungen für die anstehende Hochzeitsfeier mit Familie und Freunden sind in vollem Gange.
Als wäre das alles nicht schon schwierig genug, kommt ihm auch noch der Volksaufstand in der DDR bei den Ermittlungen in die Quere.

Der zweite Fall des eigenwilligen Kommissars – mysteriös, gefährlich und ein Wettlauf gegen die Zeit!

ISBN 978-3-95996-321-3

188 Seiten

€ 16,00

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