
Jens Henrik Jensen schickt Niels Oxen in seinen bislang instabilsten Fall
Gefährlich wird es oft dann, wenn niemand offiziell zuständig ist. „OXEN – Interregnum“ spielt genau in diesem Moment des Übergangs: Macht verschiebt sich, Entscheidungen bleiben liegen, alte Strukturen arbeiten im Hintergrund weiter. Jens Henrik Jensen erzählt den siebten Band bewusst kontrolliert – der Roman nimmt sich Zeit, legt Spuren aus und zieht die Schlinge langsam zu – unaufgeregt, aber konsequent.
Ein gefährlicher Zwischenzustand
Niels Oxen ist überzeugt, den Geheimbund Danehof endgültig zerschlagen zu haben. Doch Axel Mossman, einst Chef des dänischen Geheimdienstes, holt ihn zurück in ein Spiel, das nie wirklich beendet war. Während sich die Führungsebenen neu sortieren, entsteht ein Machtvakuum – und genau dort beginnt das Problem.
Ein Todesfall in Schweden, der Tod eines chinesischen IT-Studenten und widersprüchliche Spuren führen Oxen und Margrethe Franck zu einer unbequemen Erkenntnis: Ihre Ermittlungen sind Teil einer Entwicklung, die längst außer Kontrolle geraten ist.
Spannung, die sich langsam zuspitzt
„Interregnum“ verzichtet weitgehend auf spektakuläre Actionmomente. Stattdessen baut Jensen Spannung über Gespräche, Entscheidungen und das Wissen auf, dass jede Bewegung Folgen haben kann. Die Erzählweise ist zurückgenommen und präzise. Macht wirkt nicht laut, sondern über Strukturen, Abhängigkeiten und das, was unausgesprochen bleibt.
Oxen bleibt Oxen
Niels Oxen ist auch im siebten Band keine klassische Heldenfigur. Er handelt entschlossen, aber nicht frei von Zweifeln. Seine Vergangenheit wirkt nach, seine Loyalitäten sind begrenzt, sein Vertrauen brüchig. Gerade diese Unbequemlichkeit macht die Figur weiterhin glaubwürdig – und verhindert einfache Lösungen.
Vom Roman zur Fernsehserie
Längst ist die Serie dank Ausstrahlung im ZDF auch im Fernsehen ein Erfolg. „OXEN. Interregnum“ von Jens Henrik Jensen ist mehr als ein Thriller – es ist eine Geschichte über Mut, Vertrauen und die Kraft, weiterzugehen, wenn alles verloren scheint.















