Hermann Hesse

Hermann Hesse

Hermann Hesse, geboren am 2. Juli 1877 in Calw (Königreich Württemberg), starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Das Werk von Hermann Hesse ist lebendiger als das der meisten seiner Zeitgenossen. Nach seinem Tod hat es rund um den Globus eine beispiellose Verbreitung gefunden. Die Weltauflage seiner in mehr als 70 Sprachen übersetzten Bücher beläuft sich inzwischen auf etwa 150 Millionen Exemplare.

Hermann Hesse Bibliographie

Im Jahr 1898 erscheint seine erste Buchpublikation „Romantische Lieder“ und ein Jahr später im Jahr 1899 „Eine Stunde hinter Mitternacht„. Unter dem Titel „Hinterlassene Schriften und Gedichte von Hermann Lauscher. Herausgegeben von Hermann Hesse.” erscheint 1901 ein Band mit neun Gedichten und drei Prosastücken.

1904 erscheint „Peter Camenzind“. Neben seiner Arbeit als freier Schriftsteller schreibt Hesse für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften. Folgende Bücher und Erzählungen erscheinen zwischen 1906 und 1914:

Bei Beginn des 1. Weltkrieges meldet sich Hermann Hesse als Freiwilliger, wird aber als dienstuntauglich zurückgestellt. Er veröffentlicht zahlreiche pazifistische Aufsätze, Mahnrufe, offene Briefe etc. in deutschen, schweizerischen und österreichischen Zeitungen und Zeitschriften.

Veröffentlichungen nach 1919:

Zwischen 1939 und 1945 dürfen Hermann Hesses Werke  in Deutschland nicht nachgedruckt werden und erscheinen bei unterschiedlichen Verlagen im Ausland.

 Nach Hesses Tod im Jahr 1962 erscheinen unter anderem:

  • „Prosa aus dem Nachlaß“, herausgegeben von Ninon Hesse (1965 )
  • „Kindheit und Jugend vor Neunzehnhundert – Hermann Hesse in Briefen und Lebenszeugnissen 1877 bis 1895“ herausgegeben von Ninon Hesse (1966 )
  • „Werkausgabe“, in zwölf Bänden (1970)
  • „Gesammelte Briefe“ in vier Bänden (1973-1986)
  • “Sämtliche Werke“ in 20 Bänden (2001-2005)

Leben von Hermann Hesse – Private Stationen

Hermann Hesses Eltern, Johannes Hesse (1847–1916) und Marie Hesse, verwitwete Isenberg, geborene Gundert (1842–1902) waren als evangelische Missionare im Auftrag der Basler Mission in Indien tätig gewesen. Seine Mutter, die württembergische Marie Gundert war in Indien geboren. Als Sohn einer Württembergin und eines Deutsch-Balten war Hesse durch Geburt Staatsbürger des Russischen Kaiserreichs. Von 1883 bis 1890 und erneut ab 1924 besaß er das Bürgerrecht der Schweiz, dazwischen war er württembergischer Staatsbürger.

Von 1891-92 ist Hesse Schüler im evangelischen Seminar Kloster Maulbronn, aus dem er jedoch nach sieben Monaten flieht, weil er „entweder Dichter oder gar nichts“ werden will. Im Jahr 1892 kommt er zur Kur ins religiöse Heil- und Erweckungszentrum in Bad Boll, wo er einen Selbstmordversuch unternimmt und anschließend in die Nervenheilanstalt in Stetten im Remstal überwiesen wird. Im selben Jahr wird er in das Gymnasium von Stuttgart Bad Cannstatt aufgenommen. Im Jahr 1893 schließt er ein Einjährig-Freiwilligen-Examen mit der Obersekundarreife ab. Von 1895-1898 schließt er eine Buchhändlerlehre in Tübingen bei der Buchhandlung Heckenhauer ab. Bis 1901 arbeitet Hermann Hesse als Sortimentsgehilfe in der Reich’schen Buchhandlung in Basel. Nach einer Italienreise im Jahr 1901 arbeitet er ab August desselben Jahres bis 1903 als Buchhändler im Basler Antiquariat Wattenwyl. 1903 gibt der die Stelle beim Antiquariat Wattenwyl auf und unternimmt eine zweite Italienreise. 1904 heiratet er Maria Bernoulli. Das Paar zieht nach Gaienhofen am Bodensee. 1905 wird der Sohn Bruno geboren, 1909 Heiner und 1911 Martin. 1909 unternimmt Hesse eine Indienreise, die ihn nach Ceylon und Indonesien führt und die sein literarisches Werk nachhaltig beeinflussen sollte. Hesse unterzieht sich nach dem Tode seines Vaters und der Trennung von seiner ersten Frau (1919) als erster deutscher Dichter einer Psychoanalyse bei C.G. Jung, deren Ergebnisse er unter einem Pseudonym veröffentlicht. Im Jahr 1919 Umzug nach Montagnola im Tessin. Im Jahr 1924 heiratet er Ruth Wenger und 1931 Heirat mit der Kunsthistorikerin Ninon Dolbin. 1939 wird eine Teilung des S. Fischer Verlags  in einen reichsdeutschen (von Peter Suhrkamp geleiteten) Teil und den Emigrationsverlag von Gottfried Bermann Fischer politisch erzwungen. Die NS-Behörden untersagen, die Verlagsrechte Hermann Hesses mit ins Ausland zu nehmen. Der S. Fischer Verlag, Berlin, erhält im Jahr 1942 keine Druckerlaubnis für „Das Glasperlenspiel“. Das Buch erscheint darum bei Fretz & Wasmuth in Zürich. Ab 1946 können Hesses Werke wieder in Deutschland erscheinen – nun in erster Linie im neuen Suhrkamp Verlag.  Hesse ermutigte Peter Suhrkamp zur Gründung eines eigenen Verlags. Hermann Hesse stirbt am 9. August 1962  in Montagnola (Lugano) im Alter von 85 Jahren.

Auszeichnungen

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