
Alte Wunden, neue Wege an der Küste von Maine
Drei Frauen, alte Verletzungen und ein Sommer, der vieles in Bewegung bringt: In „Hummerjahre“ erzählt Beatrix Gerstberger von Aufbrüchen, Abschieden und der Frage, was Verzeihen möglich macht.
Die Vergangenheit lässt sich nicht verleugnen
Fast zwei Jahrzehnte nach den Ereignissen aus dem Generationenroman und Nr.1-Bestseller „Die Hummerfrauen“ führt Beatrix Gerstberger ihre Figuren erneut an der Küste von Maine zusammen. Mina, Julie und Judith stehen inzwischen an anderen Punkten ihres Lebens. Doch auf Eagle Island begegnen ihnen nicht nur vertraute Orte. Auch Erinnerungen drängen an die Oberfläche, denen sie lange ausgewichen sind.
Mina reist mit ihrer Familie zurück nach Maine
Mina ist inzwischen 47 und kehrt gemeinsam mit ihrer Tochter Luca, ihrem schwerkranken Vater Richard und ihrer Mutter Judith nach Eagle Island zurück. Richard möchte noch einmal die Leichtigkeit jener Sommer erleben, die die Familie dort verbracht hat.
Für Mina ist die Reise mit gemischten Gefühlen verbunden. In Maine wird sie dem Vater ihrer Tochter wiederbegegnen – und damit einer großen Liebe, die einst gescheitert ist. Die Rückkehr zwingt sie, sich mit der gemeinsamen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Gibt es für manche Beziehungen doch noch einen Weg zurück?
Julie sucht nach einem neuen Platz im Leben
Die Hummerfischerin Julie, mit der Mina damals viel erlebt hat, hat ihren Mann Nat und ihre beste Freundin Ann verloren. Mit 73 Jahren muss sie ihren Alltag neu ordnen. Doch sie will sich nicht damit abfinden, dass ihr künftig nur das Alleinsein bleibt.
Aufmerksam tastet sie ihr Leben nach neuen Möglichkeiten ab. Dabei geht es nicht allein um Beschäftigung oder Gesellschaft, sondern um die Frage, welche Wünsche noch offen sind und wie ein neuer Aufbruch nach schweren Verlusten aussehen kann.
Judith stellt sich ihrer eigenen Schuld
Für die 75-jährige Judith, Minas Mutter, wird die Rückkehr nach Maine zur Konfrontation mit einem Sommer, der das Leben ihrer Familie auf tragische Weise verändert hat. Lange hat sie die Erinnerungen daran verdrängt. Nun kann sie ihrer Verantwortung nicht länger ausweichen.
Das alte Ferienhaus wird dabei zum Speicher der Familiengeschichte. Der Salzgeruch, die knarrenden Dielen und die vertrauten Wege zwischen Küche und Veranda lassen Vergangenes wieder lebendig werden. Was über Jahre unausgesprochen blieb, verlangt nach Klärung.
Beatrix Gerstberger erzählt von Schuld und Verzeihen
Wie schon im ersten Band verbindet Beatrix Gerstberger die Lebenswege mehrerer Generationen. Mina, Julie und Judith suchen auf unterschiedliche Weise nach Liebe, Zugehörigkeit und dem Mut, eine schwierige Entscheidung zu treffen.
Im Mittelpunkt stehen Abschied und Neubeginn, aber auch die Verletzungen, die innerhalb einer Familie über viele Jahre fortwirken können. Der Roman fragt, ob Liebe solche Wunden tatsächlich überdauert – und was geschehen muss, damit Verzeihen möglich wird.
„Hummerjahre“ ist ein atmosphärisches Wiedersehen an der Küste von Maine
Mit „Hummerjahre“ kehrt Beatrix Gerstberger zu ihren Hummerfrauen und an die raue Küste von Maine zurück. Das Meer, das alte Ferienhaus und die Erinnerungen an vergangene Sommer bilden den Rahmen für einen Familienroman über Entscheidungen, deren Folgen erst viele Jahre später sichtbar werden.
Wer Mina, Julie und Judith bereits aus „Die Hummerfrauen“ kennt, erfährt, wie sich ihre Lebenswege weiterentwickelt haben. Zugleich erzählt der zweite Band von einer Erfahrung, die alle drei verbindet: Loslassen braucht Zeit – und manchmal eine Rückkehr an den Ort, an dem alles begann.
Aber auch ohne Kenntnis des ersten Bandes sind die „Hummerjahre“ ganz wunderbar zu lesen. Und vielleicht wecken sie bei “Einsteigern” die Neugier, noch tiefer einzutauchen: Da passt es perfekt, dass der erste Band jetzt im preisgünstigen Taschenbuch-Format zu haben ist.














