
©Richard A. Mcguirk shutterstock-ID 32507635
Frau Bluhm liest „Der Hof der Wunder“: 2 von 5 Blu(h)men
Ein Vater verkauft im Paris von 1823 seine Tochter
Paris, 1823. Nina muss miterleben, wie ihr Vater ihre geliebte Schwester verkauft. Um sie aus der Zwangsprostitution zu befreien, würde sie alles tun, selbst sich dem gewissenlosen Gildenführer Kaplan in den Weg stellen. Doch Nina ist ein junges Mädchen und völlig allein. Sie braucht Fähigkeiten und Verbündete. Daher schließt sie sich der Gilde der Diebe an, trainiert, raubt, betrügt und beugt das Gesetz. Als alles nichts hilft, beschließt sie dem Gildenführer einen Bluttausch vorzuschlagen: ihre Schwester gegen das Mündel ihres Vaters Ettie. Als Ettie zu einer hübschen und in jeglicher Hinsicht bezaubernden jungen Frau heranwächst, steht Nina unerwartet vor einem großen Problem: Soll sie die liebgewonnene neue Schwester wirklich gegen die alte eintauschen?„Der Hof der Wunder“ ist eine Mischung aus Fantasy und historischem Roman
Kester Grants Debüt „Der Hof der Wunder“ ist eine Mischung aus Fantasy und historischem Roman. Verwoben mit realen Fakten, ist die Handlung spannend und die verwendete Sprache lebhaft und authentisch. Die Autorin macht zwei bedeutende Werke der Weltliteratur zur Grundlage ihres Werks: Paris wird zu einer Art Urwald, in dem alle à la Dschungelbuch ums Überleben kämpfen. Außerdem durchsetzt Kester Grant ihren Roman mit bekannten, aber verfremdeten Handlungselementen, in denen vor allem Namen aus „Die Elenden“ von Victor Hugo auftauchen. Kann man ja alles machen, aber nur, wenn man eine gewisse Sorgfalt anwendet. Leider ist das bei „Der Hof der Wunder“ nicht unbedingt der Fall.An Kester Grants Roman gibt es allerhand zu kritisieren
Die Geschichte bleibt in ihrer Komplexität zu wenig ausgeschmückt. Oft fehlen Orts- und Personenbeschreibungen. Das erschwert es Leser und Leserin, in die Handlung hineinzufinden. Auch die Beweggründe, wegen derer die Protagonisten handeln, bleiben oftmals im Dunkeln. Eigentlich könnte man die Handlung in einem kurzen Satz zusammenfassen: Nina rettet Ettie. Das ist mir zu wenig. Insbesondere, weil keine der zahlreichen Personen, die auftauchen – mit Ausnahme von Ettie – einen glaubwürdigen Charakter verpasst bekommt.Die Handlung weist verstörende Widersprüche auf
Der Hof der Wunder
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