
Einen Roman zu verkaufen – das ist echte Knochenarbeit
Der Roman ist fertig, jetzt muss er nur noch verkauft werden. Nur! Das ist echte Knochenarbeit. Pressearbeit! Sie sollte vor dem Erscheinen beginnen, aber wie soll ich die Redakteure von meinem neusten Baby informieren, wenn ich es noch gar nicht zur Verfügung stellen kann? Das eBook erscheint kurz vor der Print-Version, die dann den Handel fluten soll – Halluzination oder Illusion? Hat der Redakteur, die Redakteurin, gerade jetzt Zeit und Lust mein neuestes Epos zu lesen? Und dann den Handel fluten: Selbst in der Region, in der der Roman spielt, selbst ohne Pandemie: Wunschdenken.
Die meisten meiner Leichen platziere ich in Wuppertal
Dennoch, nach meiner jetzt zwölften Veröffentlichung, habe ich mir in Wuppertal, dort wo ich die meisten Leichen platziert habe, einen Namen gemacht. „Sie sind ja berühmt!“, kriege ich zu hören. Doch meine Definition von berühmt, da sind wir weit entfernt. Die Konkurrenz schläft halt nicht. Meine Ermittler begleiten mich schon lange. Die Figuren kamen zu mir, ich musste gar nicht lange überlegen. Dick und Bresniak, die beiden Hauptkommissare waren einfach da.
Wie ich meine Figuren entwickle oder wie sie zu mir kommen
So geht es mir mit den anderen Personen bei den Geschichten generell. Sie stehen vor der Tür, klopfen an und präsentieren sich. Da gibt es welche, die vollständig der Fiktion entspringen und sie müssen natürlich tun und lassen wie ich es für meinen Roman gerade brauche. Nur wenn sie in der nächsten und übernächsten Geschichte wieder eine Rolle spielen, bleiben die Charaktere wie sie sind, sie sind nicht mehr veränderbar, ich kann sie bestenfalls modifizieren. Das macht aber nichts. Sie sind, je nach Figur, gerne auch das Salz in der Suppe. Um diese Figuren oder Charaktere spinnt sich die Geschichte.
Manchmal ist ein bestimmtes Gift der Ausgangspunkt aller Überlegungen
Manchmal allerdings fange ich mit einem Gift an, das mich fasziniert, und überlege wie ich das am geschicktesten einsetzen kann. Gift als Mordwerkzeug allein genügt nicht. Ich brauche das Opfer, also eine Figur, und einen Mörder, auch eine Figur und ein Beziehungsgeflecht in dem beide stehen. So ein Roman lebt von seinen Personen, die sich möglichst unterscheiden und ganz eigene Eigenschaften haben. Die handelnden Protagonisten suche ich mir aus meinem Gedächtnis. Teils sind es Menschen, denen ich einmal begegnet sind, Menschen des öffentlichen Lebens, oder rein fiktionale Individuen – es muss ja in die Geschichte passen.
Ich lasse gerne Straßenzüge oder Stadtviertel auf mich wirken
Schlussendlich muss ein Krimi, die Geschichte, immer irgendwo spielen. Bei mir ist es halt Wuppertal, da ist meine Recherche relativ einfach. Wenn ich mir dann den Straßenzug oder das Stadtviertel anschaue, lasse ich das gerne auf mich wirken, und dann stolpert bereits wieder eine Figur aus einem der bergischen Schieferhäuser heraus, die meine Geschichte vorantreibt. Das sollte detailliert passieren, denn ich als Autor muss mehr wissen als ich wirklich niederschreibe. Dennoch kann sich ein Fehler einschleichen. Sollten es zu viele sein – und die Toleranzgrenze ist niedrig – und ein Leser sofort über offensichtliche Fehler stolpern, mag er oder sie in vielen Fällen das Buch gar nicht weiterlesen. So weit allgemein, nun konkreter:
Meine Ermittler sind ganz normale Leute
Nein, meine Ermittler sind keine Alkoholiker oder Psychotiker, sie sind ganz normal (heute schon wieder etwas Besonderes in der Krimiszene). Meine Lieblingsermittlerin ist Louisa, die ehemalige Praktikantin und nach bestandener Prüfung Vollmitglied im Team. Ebenso gehört sie zum regelmäßigen Dinner im Hause Dick, einem meiner Hauptkommissare. Da geht es fröhlich konstruktiv zu, in privater Runde; dazu Christian, der Polizeifotograf, der ein Auge auf Louisa geworfen hat. Aber auch andere Typen haben es mir angetan: Dr. Mortens, Rechtsmediziner, man könnte ihn auch Dr. Allwissend nennen. Manche mögen ihn auch als Klugscheißer bezeichnen, der immer ein neues Thema findet, um sein Gegenüber zuzutexten.

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