
Herr Erdogan, für was steht der Titel Ihres Thrillers „TIKI“?
„TIKI“ steht für Tintenkiller, also den Stift, der Tinte löscht. Eine Doppeldeutigkeit mit jemandem der für Tinte tötet, ist nicht von der Hand zu weisen. Diese Abkürzung spiegelt auch die fesselnde Geschwindigkeit dieser Thriller-Amöbe wider.
Was wollen Sie mit der Bezeichnung „Thriller-Amöbe“ ausdrücken?
Eine Amöbe ist ein Einzeller, der die Gestalt wechselt. Das Buch „TIKI“ schafft dabei eine Alternation zwischen Thriller und Skurrilität. Hauptfigur der Geschichte ist Sandra Stabe, die davon träumt, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu werden.
Was ist Sandra für ein Mensch?
Sandra verkörpert eine immense Leidenschaft. Es ist eine Art von Leidenschaft, für die man bis zum Ignorieren der eigenen Grundbedürfnisse geht. Diese riskante Eigenschaft eignet sich hervorragend für die Hauptfigur.
Sandra hat das Problem, wohnungslos zu sein – verraten Sie mehr darüber?
Lieber nicht (grinst). Eigentlich ist es doch umso schöner, wenn die Leser*innen solche Dinge selbst herausfinden.
Wie beeinflusst Sandras dramatische Lage die Dynamik zwischen ihr und Peter, der schnell zu einem entscheidenden Spieler in „TIKI“ wird?
Sandra wünscht sich, endlich wieder irgendwo anzukommen, um das Vergangene hinter sich zu lassen. Eine gescheiterte Beziehung vor etlichen Jahren sowie das gemeinsame Interesse, mit Schriftstellerei berühmt zu werden, verbindet die beiden. Peter hegt die Hoffnung, die Beziehung zu Sandra vertiefen zu können.
Wird sich diese Hoffnung erfüllen?
Sicherlich entwickelt sich eine Beziehung zwischen ihnen. Sowohl Sandra als auch Peter versuchen dabei, auf ihre Kosten zu kommen.
Als die Einladung der Lektoratsgesellschaft ins Haus flattert, beschließen die beiden zusammen zum Autorencasting zu fahren.
Sandras und Peters Ziel ist zunächst, den Austragungsort für den finalen Moment günstig zu erreichen. Durchweg steht die Frage im Raum, ob sich ihre Beziehung durch das gemeinsame Ziel, im Schriftsteller-Business anerkannt zu werden, vertiefen wird. Peter erhofft sich, dass die gemeinsame Auseinandersetzung dadurch intensiver wird. Sandra hingegen ist in einem Zwiespalt gefangen: zwischen ihrer Notsituation und ihrem Traum, endlich eine erfolgreiche Schriftstellerin zu sein.
Was macht „TIKI“ zu einem Thriller?
Zunächst einmal ist es das unklare Auftreten von Sandra, die ihr ganzes Hab und Gut bei sich trägt. Gefolgt von der Frage: Werden sich Peter und Sandra wieder ineinander verlieben? Oder welche strittigen Gegebenheiten umfassen die ominöse Literaturagentur und deren Vorsitzenden Herrn Wenker? Meine Überlegung war: Welche Fragen sollten sich die Leserinnen und Leser bei der Lektüre von „TIKI“ stellen? Es geht um die Unklarheit im Leben, darüber, wo es beispielsweise mit Beziehungen und Karriere hingeht. Auch die Ergründung von Möglichkeiten, wie man unkontrollierbare Umwelteinflüsse als Mensch dennoch in den Griff zu bekommen kann, spielt eine Rolle.
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