
© violetblue shutterstock-ID: 103289471
Inspector Unai Lopez de Ayala ist lädiert und erwartet eine Tochter
Nachdem Eva Garcia Saenz‘ baskischer Profiler Unai Lopez de Ayala, genannt Kraken, in seinem ersten Fall, „Die Stille des Todes“, in den Kopf geschossen wurde, befindet er sich auch in „Das Ritual des Wassers“ weiterhin im Krankenstand. Mühsam erlernt er wieder das Sprechen und kämpft sich in sein früheres Leben zurück. Die Motivation hierfür ist seine Chefin und große Liebe, die Subcomisiaria Alba, mit der Kraken sich auf die gemeinsame Tochter freut. Albas Team bekommt einen neuen Fall, der auch Krakens Unterstützung bedarf. Trotz seiner Krankschreibung stürzt er sich sofort engagiert in die Ermittlungen, schließlich hat er eine Verbindung zum Opfer.
Eine schwangere Frau wird ermordet. Es ist Krakens erste Freundin
Bei der Toten handelt es sich um Krakens erste Freundin Annabel Lee. Sie war mit ihrem ersten Kind schwanger und wurde nach einem alten keltischen Opfer-Ritual getötet. Während die Ermittlungen nur langsam voranschreiten, werden weitere Menschen aus Krakens Umfeld auf dieselbe Weise getötet. Zwischen allen Opfern gibt es zwei Verbindungen: Einerseits erwarteten alle Mordopfer ein Kind und andererseits waren sie alle Teilnehmer eines Ferienlagers Anfang der neunziger Jahre. So auch Kraken, und er merkt schnell, dass sich in diesem vergangenen Ereignis das Motiv des Mörders findet.
Inzest, Pädophilie und ein schockierendes Familiengeheimnis
Aus diesem Grund lässt Kraken die Erlebnisse im Ferienlager in seinem Kopf Revue passieren und verhört zudem die damaligen Teilnehmer. Dabei deckt er ein schockierendes und gut gehütetes Familiengeheimnis rund um Inzest, Kindesmissbrauch und Pädophilie auf, welches sich über mehrere Generationen erstreckt und viele Opfer gefordert hat. Hierin findet er auch den entscheidenden Hinweis auf den Mörder, der sich bereits in Krakens engstem Umfeld bewegt. Doch als Kraken dies bemerkt, schweben er selbst, sein Bruder und auch Alba bereits in höchster Lebensgefahr.
Kann Eva Garcia Saenz die Qualität des ersten Kraken-Bands halten?
Das Ritual des Wassers
Für deine Leseliste bitte einloggen
Anfangs hatte ich Bedenken, ob es Eva Garcia Saenz gelingen würde, ein weiteres Lesehighlight zu verfassen, das an die Qualität des ersten Bands „Die Stille des Todes“ herankommt. Diese Bedenken wurden allerdings bereits mit den ersten Seiten über den Haufen geworfen, da die Autorin erneut einen nervenzerreißenden Thriller mit actionreichen Szenen, überraschenden Wendungen und schockierenden Offenbarungen geschrieben hat. Einmal mehr spielen undurchsichtige, aber dafür umso erschreckendere Familiengeheimnisse eine große Rolle. Wie schon im Vorgänger, ist auch dieser Thriller aus Krakens Perspektive verfasst, was dessen Gefühle und Gedanken sehr authentisch wirken lässt und mich besonders fesseln konnte. Eva Garcia Saenz versteht es zudem wie kaum eine andere Autorin dieses Genres die Spannung ins Unermessliche zu steigern, indem sie die aktuellen Ermittlungen mit Kapiteln rund um das Ferienlager abwechselt. Dies hat zur Folge, dass der Leser erst nach und nach von den dortigen Geschehnissen erfährt und somit lange bezüglich des Täters und dessen Motivs im Dunkeln tappt.
Für den Chat bitte einloggen