Ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag bekommt die Psychologin Liv Bentele Besuch von einem attraktiven Mann im schwarzen Cape. Leider hat sich der Mann nur in der Tür geirrt. Aber dann ist plötzlich die alte Dame tot, nach der er sich erkundigt hat, und Liv stellt ihn zur Rede. In Wahrheit sei er Thanatos, der griechische Gott des sanften Todes, antwortet er freundlich, und ja, es deprimiere ihn zutiefst, wie unwürdig das Sterben heute sei. Liv sieht in ihm eher einen von Todessehnsucht geplagten Neurotiker und bietet ihm therapeutische Hilfe an. Dabei stellt sich heraus, dass ihr neuer Klient tatsächlich ein höheres Wesen ist – und gerne hilfsbereit, wenn es um gewissenlose Makler oder gewalttätige Ehemänner geht …
Frau von Rosenberg Lipinsky, warum hatten Sie Lust, Regie zu führen bei den Hörbuchaufnahmen von Hans Raths „Jetzt ist Sense“?
Ich bin ja jemand, der viel liest und wenn ich Bücher in die Finger kriege, die ich privat auch lesen würde, dann ist das für mich keine Frage. Und Hans Raths „Jetzt ist Sense“ ich für mich so ein Highlight. Diesen Roman als Regisseurin in der Hörbuchlesung begleiten zu dürfen, war für mich ein Glücksfall, weil er sehr locker flockig geschrieben ist und trotzdem Tiefgang hat. Da stimmt alles für mich.
Wie würden Sie den Inhalt von Hans Raths „Jetzt ist Sense“ kurz zusammenfassen?
Alles beginnt damit, dass die Personifikation des Todes Thanatos, der sich hier aber Zino Angelopoulos nennt, bei einer Psychologin klingelt. Liv Bentele findet ihn irgendwie sexy, er sieht sehr gut aus, aber sie findet ihn auch unheimlich, weil er ein merkwürdiges schwarzes Cape trägt und eine Sense dabei hat. Aber Liv glaubt natürlich zuerst nicht, dass er wirklich „der Tod“ sein könnte. Allerdings findet sie ihn attraktiv. Und im Laufe der Story verlieben sich die beiden ein bisschen ineinander.
Was ist der Tod für ein Charakter?
Er ist ein cooler, schräger Typ. Und er trägt übrigens nicht immer dieses unheimliche Cape. An diesem Tag ist er als Sensenmann unterwegs, weil er eine alte Dame besucht, die sich den Tod nun mal so vorstellt. Der Tod ist also ein freundliches Wesen und er verkleidet sich sozusagen den jeweiligen Menschen zuliebe.
Die zweite wichtige Figur in Hans Raths „Jetzt ist Sense“ ist die Psychologin.
Genau, Liv Bentele ist 50 Jahre alt und eine sympathische Frau, die ihren Beruf liebt. Sie hat einen Ex-Mann, der sie ziemlich nervt. Zum Beispiel versucht er, ausgerechnet bei ihr eine psychologische Beratung für seine neue Beziehung zu bekommen – mit einer „Yogatante“ namens Ursula. Außerdem gibt es noch die beste Freundin der Psychologin, Conny. Mit der gibt es auch witzige Szenen, etwa als die beiden Freundinnen mit dem Tod was trinken gehen.
Wenn Sie das Hörbuch und seine Geschichte literarisch einordnen – wie ist es?
Es gibt da ernste und absurde Momente. „Jetzt ist Sense“ ist ein wirklich schöner Roman, den vor allem Frauen sicher gerne anhören werden weil er aus der weiblichen Perspektive heraus erzählt wird. Aber vielleicht ist der Roman auch für Männer witzig. Es gibt lustige Comedy-Elemente und auch ernste Situationen. Vom Stil her hat das Hörbuch viel von dem Humor von David Safier. Die Figuren erleben in einer realen Umgebung eine Konfrontation mit etwas völlig Absurdem.
Der Tod begegnet gleich am Anfang auf dem Weg zu einer alten Dame der Psychologin Liv. Als er wieder weg ist, ist die alte Dame tot.
Ja, genau. Und das kommt der Psychologin komisch vor und sie geht zur Polizei und macht eine Anzeige. Sie sagt: „Heute Morgen ist meine Nachbarin gestorben, die hatte vorher Besuch von einem Mann, der sich merkwürdig benommen hat und mit einer Sense und einem Cape unterwegs war.“
Für den Chat bitte einloggen