
„Schwestern. Trotz allem“: Max Moor erzählt von drei Frauen, die ihren eigenen Weg gehen
Drei Schwestern, drei unterschiedliche Lebenswege und eine Verbindung, die über Jahrzehnte bestehen bleibt: In seinem Romandebüt „Schwestern. Trotz allem“, erschienen bei dtv, erzählt Max Moor von familiärem Zusammenhalt, schmerzhaften Trennungen und Frauen, die sich in einer von gesellschaftlichen Zwängen geprägten Zeit behaupten müssen.
Drei Schwestern, die das Leben trennt
Gerti, Rudi und Hansi wachsen in den schwierigen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Als der Vater verschwindet und die Mutter stirbt, wird die Familie auseinandergerissen. Während Gerti bei den Großeltern bleibt, kommen ihre beiden jüngeren Schwestern ins Heim. Was ihnen bleibt, ist die Erinnerung aneinander – und drei Knöpfe einer alten Kletterweste, die als Glücksbringer gedacht waren.
Über vier Jahrzehnte verfolgt der Roman die Lebenswege der drei Frauen, die auf unterschiedliche Weise versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden.
Gerti sehnt sich nach einer eigenen Familie. Doch ihre Liebe zu dem verheirateten Albert bringt sie in eine schwierige Situation. Er kommt und geht, während sie ihre beiden gemeinsamen Kinder allein großzieht. Dabei muss sie sich gegen gesellschaftliche Vorurteile behaupten und lebt mit der Angst, dass ihr die Jugendwohlfahrt die Kinder wegnehmen könnte.
Rudi möchte ihre Kindheit im Heim hinter sich lassen. Sie sucht Anerkennung und Geborgenheit in wechselnden Beziehungen und Ehen, ohne das Gefühl überwinden zu können, nicht zu genügen.
Die jüngste Schwester Hansi wiederum entscheidet sich für ein unabhängiges Leben. Nach ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau macht sie Karriere und lässt sich weder durch Ehe noch Mutterschaft dauerhaft festlegen. Dennoch begleitet auch sie das Gefühl, dass etwas in ihrem Leben fehlt.
Eine Familiengeschichte als Inspiration
Die Idee zu „Schwestern. Trotz allem“ stammt aus der Familiengeschichte von Max Moors Frau. Darüber sprach der Autor am 6. Oktober in der SR-3-Sendung „Aus dem Leben“ mit Moderator Uwe Jäger (Interview auf sr.de).
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