
Ankommen in den Bergen – und bei sich selbst
Mit „New Beginnings“ legt Lilly Lucas den Auftakt zu einer Reihe vor, die sich längst als feste Größe im Romance-Bereich etabliert hat. Nun erscheint der Roman in einer aufwendig gestalteten Schmuckausgabe, die den sanften Ton des Buches auch visuell aufgreift: Farbschnitt, Illustrationen und ein Bonuskapitel erweitern die Geschichte um eine ansprechende ästhetische Ebene.
Ein Neuanfang, der anders beginnt als geplant
Im Zentrum steht Lena, Anfang zwanzig, aus Berlin – und plötzlich allein am Flughafen von Denver. Ihr Au-pair-Jahr nimmt keinen idealen Start: Die Gastfamilie taucht nicht auf, das Handy ist tot, und statt eines urbanen Abenteuers führt die Reise in das verschneite Green Valley, ein kleines Städtchen in den Rocky Mountains. Dort trifft sie auf die herzlichen Coopers – und auf Ryan, Jacks jüngeren Bruder. Ein ehemaliger Ski-Profi, aus der Bahn geworfen durch einen Unfall, der seinen Frust hinter spitzen Bemerkungen versteckt.
Zwischen den beiden entwickelt sich kein lautes Drama, sondern eine vorsichtige Annäherung. Wortwechsel, kleine Reibungen und stille Momente bilden den Kern dieser Beziehung, die sich organisch entfaltet und ohne große Effekthascherei auskommt.
Green Valley als eigener Charakter
Die Bergkulisse ist mehr als Hintergrund. Die ruhigen Straßen, die verschneite Weite und das Bed & Breakfast der Coopers prägen die Stimmung des Romans entscheidend. Die Landschaft steht im deutlichen Kontrast zu Lenas Heimweh nach Berlin – und bietet zugleich einen Raum, in dem sie zu sich findet. Das Cozy-Gefühl entsteht nicht durch übertriebene Effekte, sondern durch schlichte, atmosphärisch dichte Beobachtungen.
Nebenfiguren wie die Coopers und die sportliche Izzy tragen diese Atmosphäre mit. Sie geben dem Roman Struktur, Wärme und eine glaubwürdige soziale Umgebung, in der aus Fremdheit langsam Vertrautheit wird.
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