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Frau Baecker, für Ihren neuesten Kriminalroman „Schwabentod“ haben Sie sich für die Inszenierung der Leiche ein besonders schräges Arrangement ausgedacht. Das müssen Sie erklären!
Die Opfer wurden von Kopf bis Fuß mit rosa Lack eingesprüht, dann wurden sie in einer marionettenartigen Position arrangiert. Abgesehen von der Frage, warum der oder die Täter*innen die Opfer derart arrangiert haben, stellt es Ermittler und Rechtsmediziner vor ganz praktische Fragen: Die eindeutige Identifizierung der Opfer, Einfluss der Lackierung auf die Leichenstarre und somit auf die Eingrenzung der Tatzeit, Überdeckung von Anzeichen für weitere Gewaltanwendung wie Drossel- oder Fesselungsmarken, Hämatome etc.
In seinem 9. Fall taucht Kommissar Andreas Brander von der Kripo Esslingen ein in die Welt der „Real Dolls“. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Inspiriert hat mich ein Bericht über Menschen, die mit Puppen leben. Die vorgestellten Menschen besaßen diese Puppen nicht aus rein sexuellen Gründen, sondern für sie war die Puppe eine Art Partnerersatz. Sie leben mit ihr, essen mit ihr, sehen mit ihr fern und machen sogar Ausflüge.
Im Roman steht jedoch nicht so sehr das Zusammenleben der Menschen mit einer Puppe im Vordergrund, sondern mehr die technische Seite: Die künstliche Intelligenz, die in diesen Puppen steckt und welche Chancen und Gefahren damit verbunden sind.
Was können diese Silikonpuppen alles?
Die Puppen sind interaktiv, das heißt via WLAN mit dem Internet verbunden. Einmal abgesehen davon, dass man sie als Sextoy nutzen kann, kann man mit ihnen auf begrenzte Art kommunizieren. Das funktioniert im Prinzip ähnlich wie die Kommunikation mit gängigen Smart-Speakern wie Alexa, Siri und Co. Zudem können sie minimal Augenlider und Mund bewegen.
Meinen Sie, solche Puppen werden in Zukunft menschliche Beziehungen ersetzen?
Ich denke, davon sind wir noch weit entfernt. Eine Puppe kann eine menschliche Beziehung nicht ersetzen. Dazu fehlen ihr zu viele Eigenschaften wie beispielsweise Empathie, Bewusstsein, Moral oder Kreativität. Das sind Skills, die das zwischenmenschliche Miteinander spannend und lebendig machen.
Sie haben als ehemalige IT-Prozessingenieurin auch viel mit Computertechnik gearbeitet. Ist das der Grund, warum Sie sich in „Schwabentod“ mit dem Thema künstliche Intelligenz befassen?
Das Grundwissen aus dieser Zeit war zumindest eine gute Basis für dieses sehr komplexe Thema. Zudem ist das Ländle mit „Cyber Valley“ in Tübingen und Stuttgart Europas Hochburg der KI-Forschung, sodass es sich einfach anbot, Kommissar Brander – der sein Smartphone eher zum Telefonieren denn zum Chatten oder Surfen nutzt – in diese Welt hineinschnuppern zu lassen.
Brander ist bekennender Whiskytrinker. Sie verbinden Ihre Lesungen oftmals mit Whisky-Verkostungen. Viele sagen ja, das ist ein Männergetränk. Wie stehen Sie dazu?
Das halte ich für überholt. Auch, wenn Männer in dem Bereich sehr präsent sind, begeistern sich immer mehr Frauen für das Lebenswasser. Das erlebe ich bei meinen Veranstaltungen oder wenn ich als Gast an Tastings teilnehme.
Allerdings ist es tatsächlich so, dass bei meinen Lesungen mit Whiskytasting der Anteil der männlichen Gäste signifikant höher ist, als bei einer klassischen Lesung ohne Tasting, wo der Frauenanteil meistens überwiegt.
Sie trinken selbst auch Whisky?
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