Heiner Lauterbach

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Heiner Lauterbach

20. Juni 2014 | Interview: Jörg Steinleitner | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten


Halbwelt, Drogen, Affären, das war einmal. Im Exklusiv-Interview über seine Autobiographie spricht ein stiller Heiner Lauterbach über Familie, Selbstfindung und den Vollrausch. Letzteres aber rein theoretisch.

 

Jörg Steinleitner:  Herr Lauterbach, was veranlasste Sie zur Niederschrift Ihres Lebens?

Heiner Lauterbach:  Ich wollte ursprünglich einen langen Brief an meinen Sohn schreiben. Das wurde dann ein Selbstläufer. Aber natürlich war auch der Wunsch da, selber mal so etwas von meinen Vorfahren in meinen Händen zu halten.

Jörg Steinleitner:  Sie hätten Ihrem Sohn auch alles sagen können.

Heiner Lauterbach:  Wir sind beide keine großen Plaudertaschen und ich wollte ihm das eine oder andere noch nahe legen, wozu wir in dieser ausgeprägten Form nicht kommen in unseren Gesprächen.

Jörg Steinleitner:  Ihr Buch liest sich an manchen Stellen fast wie ein Krimi. Haben Sie gelegentlich, der Dramatik wegen, Stilmittel eingesetzt und so die Wirklichkeit ein wenig verformt?

Heiner Lauterbach:  Dramatische Stilmittel mag ich verwendet haben, aber die Tatsachen als solche sind schon so gewesen. (lacht leise)

Jörg Steinleitner:  Sie galten als Frauenheld. Welche beiden Erfahrungen mit Frauen sind die wichtigsten in Ihrem Leben?

Heiner Lauterbach:  Die mit meiner Mutter, weil sie mich geboren hat … und dann das mit meiner jetzigen Frau, weil dadurch ein ziemlicher Wandel bei mir stattgefunden hat.

Jörg Steinleitner:  Wie würden Sie diesen Wandel beschreiben?

Heiner Lauterbach:  Ach, das vermittelt immer den Eindruck, als würde man das wie ein Wanderprediger herausschreien „seht her ich trinke und rauche nicht mehr“ Ich halte nichts von tiefenpsychologischen Analysen. Ich bin ein Leben lang vor mir weggelaufen und habe mich jetzt endlich gefunden. Es passiert viel im Unterbewusstsein, vieles ist dem Zufall überlassen. Man wird ein bisschen vernünftiger und ruhiger im Leben, Dinge verhindern sich. So ist das.

Jörg Steinleitner:  In Ihrem Buch „Nichts ausgelassen“ beschreiben Sie Ihr Leben als Ritt auf einer Rasierklinge. Was bedeutete in den wildesten Zeiten Ihres Lebens der Sex-, Alkohol- und Drogen-Rausch für Sie?

Heiner Lauterbach:  (lachend) Im Sexrausch war ich noch nie, bei aller Liebe! Rausch heißt Umnebelung. Die schönste Zeit ist ja die bis zum Vollrausch. Aber das überschreiten dieses Maßes hat man ja meistens gar nicht im Sinne. Es ist nur die Unfähigkeit aufzuhören, die einen davon abhält. Man treibt es eben auf die Spitze.

Jörg Steinleitner:  Manche flüchten durch den Rausch vor der Realitïät.

Heiner Lauterbach:  Ich halte nicht viel von solchen Analysen. Psychiater würden das bestimmt so deuten. Ich wollte mich in erste Linie amüsieren.

Jörg Steinleitner:  Wann schreiben Sie Ihr nächstes Buch?

Heiner Lauterbach:  Ich weiß es nicht. Das macht mir Spaß, mir fehlt richtig was. An dieses Schreiben kann man sich gewöhnen.

Jörg Steinleitner:  Herr Lauterbach, vielen Dank für das Gespräch.

Heiner Lauterbach

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