Leigh Bardugo: Das Gold der Krähen. Kritik | BUCHSZENE

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Leigh Bardugos „Das Gold der Krähen“ ist der finale Band der Glory-or-Grave-Duologie

Titelbild Das Gold der Krähen

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8. Oktober 2018 | Simone Lilienthal | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten


„Ein Buch zum Lachen, Weinen und vor allem mit viel Spannung.“ Unsere Rezensentin ist vollkommen begeistert von Leigh Bardugos „Das Gold der Krähen“, dem zweiten Band der Glory-or-Grave-Serie.


Die Räuberbande um Kaz Brekker ist zurück

Ein Scharfschütze, ein Bombenbastler, ein ehemaliger Soldat, eine furchtlose Hexe, eine Fassadenkletterin und ein Meisterdieb. Sie ist wieder zurück: die Räuberbande um ihren Anführer Kaz Brekker. Und sie hat zwei Ziele im Gepäck: Inej zurückholen, die nach der Heimkehr vom Eistribunal entführt wurde, und zweitens: Den Mann zu vernichten, der ihr das angetan hat. Der diebische Mastermind Kaz Brekker beginnt schon seine Ränke zu schmieden, doch dann muss er erfahren, dass es auf dieser Welt wichtigere Dinge gibt, als Rache.

Mit „Das Gold der Krähen“ beendet Leigh Bardugo ihre Duologie

Mit „Das Lied der Krähen“ setzte Leigh Bardugo im letzten Jahr den Auftakt, mit „Das Gold der Krähen“ beendet sie die geplante Duologie. In jedem Fall müssen diese beiden Bücher im Zusammenhang gelesen werden. Einzeln wären sie gewiss gut, zusammen sind sie großartig. Gäbe es dieses Wort nicht schon, müsste es für diese Bücher erfunden werden.

Leigh Bardugo ändert in jedem Kapitel die Erzählperspektive

Alle Charaktere, die wir schon aus dem ersten Buch kennen und lieben gelernt haben, sind auch dieses Mal wieder mit von der Partie. Da Leigh Bardugo immer kapitelweise die Perspektive ändert, kommt jede der sechs Hauptfiguren mal zum Zug, und wir Leser haben die Chance, die Geschichte aus der jeweiligen Sichtweise zu verfolgen und den entsprechenden Charakter näher kennenzulernen.

Liebenswert in ihren Fehlern, stark in ihren Fähigkeiten

Erfuhren wir im ersten Band schon einiges über die Hintergründe und Biografien der Protagonisten, so verdichten sich deren Persönlichkeiten jetzt noch stärker, werden sie erweitert und vertieft. Sie sind liebenswert in ihren Fehlern, stark in ihren Fähigkeiten und vor allem sind sie auch lernfähig: Dass man sich auf andere verlassen muss, um zu überleben, ist ein wichtiges Credo dieser Truppe. Leigh Bardugo schmückt die Persönlichkeiten so elegant aus, dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu verwischen beginnt. Ich könnte nicht sagen, wer von den sechs Charakteren mein Liebling ist, denn obwohl mein Herz von Anfang an für Kaz schlug, haben es im Laufe der Geschichte alle geschafft, sich einen festen Platz darin zu sichern.

Ein Buch zum Lachen, Weinen und voller Spannung

Man lebt und leidet und freut sich mit den Sechsen. Ein Buch zum Lachen, Weinen und vor allem mit viel Spannung. Die fast 600 Seiten fliegen nur so dahin. Und obwohl man sich händeringend nach dem Ende sehnt, um endlich zu erfahren wie es ausgeht, fürchtet man die letzte Seite, denn eines ist klar: Kaz Brekker spart genauso wenig an Überraschungen wie seine Schöpferin.

Eine gelungene Mischung aus Heist-Movie, Fantasy und Lovestory

Überhaupt ist „Das Gold der Krähen“, genau wie sein Vorgänger, eine ausgewogene Mischung aus Heist-Movie, Fantasy und Liebesgeschichte. „Oceans 11“ trifft „Herr der Fliegen“. Alles im ausgewogenen Maß, aber immer so intensiv, dass man nur so durch die Seiten rennen kann. Egal, was man glaubt durchschaut zu haben, es kommt anders als man denkt. Und sogar wenn man sich irgendwann auf das Unerwartete einstellt, kommt es noch viel unfassbarer. Eine unglaublich gut durchdachte, stringent aufgebaute und wahnsinnig spannende Geschichte.

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