Mörderische Schwestern: Blitzsauber | BUCHSZENE.DE

Schwarzer Humor und blitzsaubere Mordgeschichten, die so manche harmlose Hausfrau in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Die neue Anthologie der Mörderischen Schwestern.

Wer Ordnung macht, wird umgebracht – Chris Silberer von den Mörderischen Schwestern im Interview über „Blitzsauber“

20. Januar 2021 | Interview: Clara Felsmann

Blitzsauber

© Aleshka_Akimova / Shutterstock

Frau Silberer, in der Beschreibung zu „Blitzsauber“ heißt es, „dass Putzfimmel, Ordnungswahn und das Bedürfnis ‚aufzuräumen‘ zum perfekten Mord führen können.“ Wie sind Sie auf die Idee zu dieser neuen Anthologie gekommen?

Die Geschichte einer Mörderischen Schwester bei einer gemeinsamen Lesung – damals noch in Manuskriptform – hat eine Initialzündung bei mir ausgelöst. Ich bin ja nicht nur Autorin, sondern arbeite auch als Herausgeberin, immer auf der Suche nach neuen Themenfeldern.

Warum ist das Buch in Corona-Zeiten besonders lesenswert?

Nie wurde mehr geputzt und desinfiziert als jetzt in Corona-Zeiten. Man ist mehr zu Hause, und der neue Blick auf Alltägliches ist überraschend und lesenswert.

Was erwartet die Leser*innen des neuen Buches?

Originelle Kurzkrimis mit ganz viel schwarzem Humor. Prädestiniert für Leserinnen mit einem Hang zu Selbstironie und Situationskomik.

Welche Geschichte im neuen Buch gefällt Ihnen persönlich am besten und warum?

„Ordnungswahn“ ist besagte Geschichte, in der Gudrun Bendel diesen allgemeinen Entrümplungs-Trend um irgendwelche Putzpäpstinnen aufgreift. Quasi Ausmisten als Persönlichkeitsentwicklung. Da kann es schon mal zu viel des Guten werden – nach dem Motto „Wer Unordnung macht, wird umgebracht“ …

Wie heißt die Geschichte, die Sie verfasst haben und worum geht es dort?

Der „Geheimbund der Freiputzen“ hat eine Mission und will die Welt wieder sauberer machen. Leni Läpple lässt sich deshalb als Edelperle mit besten Referenzen – sie hat sogar schon die Hosenanzüge der Kanzlerin aufgebügelt – in die Villa eines pädophilen Staatsanwalts schleusen, um die Tochter seiner neuen Ehefrau zu retten.

Die Anthologie stammt ja aus der Feder der Mörderischen Schwestern. Wer sind sie und warum sollte man unbedingt mehr von ihnen lesen?

Die Mörderischen Schwestern sind ein internationales Netzwerk von mehr als 600 Autorinnen, das deutschsprachige Kriminalliteratur von Frauen vielfältig fördern will. Mehr Information gibt es übrigens unter www.moerderische-schwestern.eu

Die Krimis der Mörderischen Schwestern sind ja vor allem regional verankert. Was macht den besonderes Reiz aus?

In dieser Anthologie findet man Mörderische Schwestern zwischen Neckar und Saar bis zum Main. Der regionale Bezug steht hier jedoch vor dem gemeinsamen Thema „Gefährlicher Haushalt“ zurück. Das originelle Cover zeigt deshalb ja auch eine „Desperate Housewife“, die zu allem entschlossen ist.

Wie sind Sie selbst zum Schreiben gekommen?

Das ist einfach in mir. Schon als Kind wollte ich Romane schreiben. Meine Leidenschaft zum Schreiben habe ich dann zunächst intensiv als Werbetexterin und Konzeptionerin ausgelebt. Erst 2004 habe ich meinen ersten Roman („Die Werbekatze“ im Wenz-Verlag) geschrieben.

Was ist Ihre größte Inspiration als Autorin?

Schreiben ist eine schöpferische Tätigkeit. Ich empfinde es als unheimlich spannend, das Personal für einen Krimi quasi zum Leben zu erwecken. Da mich Menschen mit besonderen Fähigkeiten schon immer fasziniert haben, ist meine Frankfurter Kommissarin Benina Gatti Synästhetikerin, das heißt, sie kann mit ihrer Sinnesverknüpfung Musik zum Beispiel nicht nur hören, sondern auch sehen. Sie löst die Fälle dadurch auf ihre ganz eigene Art.

Das Buch erscheint im Crimetime-Verlag. Dort sind bereits einige andere Krimis von Ihnen erschienen. Können Sie uns ein bisschen über Ihre Arbeit erzählen?

Drei Anthologien meiner Autorinnengruppe, die Bloody Maries, wurden hier verlegt. Und auch alle meine Frankfurt-Krimis sind im Crimetime-Verlag erschienen. Der 3. Fall der Kommissarin Gatti heißt „ZWANGSVERMÄHLT“ und greift – wie der Name sagt – ein aktuelles und brisantes Thema auf. Am 4. Fall, der im Arboretum [Anm. der Redaktion: Arboretum Main-Taunus] spielt, arbeite ich gerade.

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